„Die Wildkatze ist eine seltene und zugleich sehr sympathische Tierart"

Wenings, den 23.05.2017

„Die hat aber ein schönes Fell. Ist die echt? Dürfen wir sie mal streicheln?“, staunten die Kinder der ersten Klasse der Grundschule Wenings beim Anblick einer ausgestopften Wildkatze, die Susanne Schneider, Leiterin des Wildkatzenprojekts beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen und Alexandra Bücking vom BUND-Ortsverband Büdingen mitgebracht hatten. Gemeinsam mit allen 63 Schülern der Klassen eins bis vier der Schule am Niedertor brachten sie die Wildkatze im Rahmen zweier Projekttage direkt ins Klassenzimmer. „Die Wildkatze ist eine seltene und zugleich sehr sympathische Tierart, mit der man die Kinder gut für die Thematik Artenschutz und Biodiversität begeistern kann. Diese Themen sind in Zeiten des globalen Artenschwunds und Biodiversitätsverlustes wichtiger denn je“, erklärte Alexandra Bücking. Deshalb sei es besonders wichtig, Kinder frühzeitig und spielerisch für die Problematik zu sensibilisieren. 

Zunächst erfuhren die Kinder, wo die Wildkatze lebt, warum sie so selten ist und warum man sie schützen muss. Mit Einsatz von Plüschtieren wurden dann die Unterschiede zwischen Haus- und Wildkatze besprochen. Outdoor-Spiele wie „Katz und Maus“, bei dem die Schüler das Jagdverhalten der Wildkatze mimten, brachten Abwechslung zur Theorie und sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam.

Als Krönung der Projekttage durften die Kinder der Wildkatze, die der BUND vergangenes Jahr im Büdinger Wald nachweisen konnte, einen Namen geben. Die Mehrheit entschied sich für „Sanura“, was auf nordafrikanisch so viel bedeutet wie Katze oder Kätzchen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Büdinger Wildkatze nun einen Namen trägt. Das macht sie zu einer echten Besonderheit, zumal sie bisher die einzige bekannte Wildkatze in der Region ist“, sagte Susanne Schneider. „Wir sind sehr gespannt, ob Sanura, der übrigens ein Kater ist, weiterhin im Büdinger Wald zu Hause ist. Schon im nächsten Jahr begeben wir uns erneut auf die Suche. Und wer weiß, vielleicht kann der BUND ja dann auch eine Wildkatzendame nachweisen, die sich zu Sanura gesellt hat“, so Schneider.

Nicht nur die Grundschüler sondern auch Rektorin Karin Schremser zeigte sich begeistert von der Aktion: „Es ist so wichtig, Kindern die Natur näher zu bringen, damit wir auch später noch in einer lebenswerten Umwelt leben können. Wir sind bereits eine ‚grüne‘ Schule, machen regelmäßig Waldolympiaden mit unserem Förster und haben einen Schulgarten, in dem wir sogar kürzlich eine Benjeshecke gebaut haben. Die Wildkatzen-Aktion des BUND passt daher sehr gut in unser Konzept“, so Schremser.

Hintergrund:

Seit mehr als zehn Jahren setzt sich der BUND in seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz dieser Art und deren Lebensraum - dem Wald - ein. Neben der Erforschung der Vorkommen mit Hilfe sogenannter „Lockstöcke“ werden insbesondere Wälder wieder miteinander vernetzt, um der Wildkatze und vielen anderen Arten des Waldes großräumige Wanderungen zu ermöglichen. Dabei spielt auch die Umweltbildungsarbeit eine große Rolle: Das Wildkatzen-Bildungspaket des BUND bereitet die Themen „Wildkatze und Waldverbund“ kindgerecht auf und gibt Pädagogen sowie anderen Multiplikatoren die Möglichkeit, mit Hilfe von detaillierten Beschreibungen das Thema im Klassenzimmer oder bei „Waldtagen“ zu behandeln. Auf Wunsch kommt Susanne Schneider vom BUND Hessen gerne für einen Expertentag in den Unterricht oder den Kindergarten.


Text & Bild: Andrea Dahmer

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: „Die Wildkatze ist eine seltene und zugleich sehr sympathische Tierart"

 

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